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Blutdruckeinstellung als essentieller Nierenschutz

Die Nieren sind das Fundament für unsere Gesundheit, sowohl in der westlichen als auch in der traditionellen chinesischen Medizin, oft TCM genannt. Für die westliche Medizin sind die Nieren die klassischen Entgiftungsorgane des Körpers, aus Sicht der traditionellen chinesischen Medizin sind sie eine Tankstelle für die Lebenskraft – so unterschiedlich können medizinische Ansichten sein!

Beides ist natürlich für unsere Wohlbefinden extrem wichtig. Die Nieren schonend zu behandeln ist also wesentlich, um gesund zu bleiben. Eine tragende Säule dafür ist ein gut eingestellter Blutdruck. Dieser wiederum ist für unser Wohlbefinden, für unsere Lebensqualität und Organgesundheit ein grundlegender Baustein.

Der häufig sehr unterschätzte Bluthochdruck kommt nicht von heute auf morgen, sondern schleicht sich leise über Jahre ein. Das Heimtückische daran ist, dass dieser Bluthochdruck oft über Jahre unentdeckt bleibt und so Zeit findet, unsere Organe wie Nieren, Herz, Gehirn oder Augen zu belasten.

Für die Gesunderhaltung unserer paarweise angelegten Nieren ist ein gut eingestellter Blutdruck daher sehr wichtig und als aktiver Schutz auch für viele andere Organe zu sehen.

Für Menschen mit bereits eingeschränkter Nierenfunktion ist die korrekte Blutdruck-einstellung eine der wichtigsten Maßnahmen, um die noch vorhandene Nierenfunktion zu erhalten. Man mag sich wohl wundern, dass die Niere auch den Blutdruck mitbeeinflusst. Aber – wie gesagt – sie gilt als die Wurzel des Lebens.

Als Entgiftungsorgan kennen wir sie alle, aber sie ist auch verantwortlich für die Bereitstellung von vielen für uns lebensnotwendigen Hormonen. Und: Sie regelt auch die „Pegelstände“ der Blutsalze und damit indirekt den Wasserstand.

Nun kommt die gute Nachricht: Wir können sehr wohl unseren Blutdruck und damit auch unsere Nierengesundheit positiv beeinflussen! Eine Gewichtsreduktion von 3 bis 5 kg zeigt im Blutdruckpass oft schon eine deutliche Senkung der RR-Werte.

Körperliche Bewegung, zusätzlich zu gut ausbauten Alltagsbewegungen – wann immer sich die Möglichkeit ergibt -, schont nicht nur die Umwelt, sondern auch unsere Nieren. Also: Besser Treppen steigen als Lift fahren. Oder lassen Sie doch einfach Ihr Auto einmal stehen!

Eine salzarme Ernährung ist vor allem Gewohnheitssache. Beginnen Sie behutsam, das Salz in Ihren Speisen zu reduzieren. Schon nach drei Wochen werden Sie merken, wie lecker und interessant alles schmecken kann. Nun kommen endlich andere Geschmacksnuancen zur Geltung! Sie können stattdessen Kräuter, wie Rosmarin, Liebstöckel, Salbei, Oregano, Kresse, Dill und andere Gewürze zum Einsatz bringen. Auch leicht angerösteter Zwiebel und Knoblauch geben einen guten Geschmack und haben zudem viele gesunde Inhaltsstoffe.

Was uns sicher „einireißt“ ist das versteckte Salz in vielen Fertiggerichten.

Sollten Sie viel Mineralwasser trinken, ist es sehr sinnvoll, sich für eine Sorte zu entscheiden, deren Natrium-Gehalt unter 25 mg/l liegt. Schauen Sie doch einfach einmal aufs Etikett ihrer Flasche!

Die ersten positiven Effekte der Salz Einsparung zeigen sich in Ihrem Blutdruckpass meist  schon nach etwa 5 Wochen.

Auch chronischer Stress und ständiger Druck lassen den Blutdruck ansteigen – als guter Schutz vor psychischer Überlastung sind deshalb beispielsweise ausgleichende Yoga-Übungen sehr zu empfehlen, auch sportliche Aktivität an frischer Luft ist nicht zu vergessen! Nierengesundheit und Blutdruck hängen eben eng zusammen!

Auch aus Sicht der Diabetesberaterinnen ist daher das frühzeitige Entdecken eines zu hohen Blutdruckes entscheidend für die zukünftige Nierengesundheit.

Um Bluthochdruck verantwortungsvoll behandeln und einstellen zu können, bedarf es einerseits eines genauen  Anamnese-Gesprächs, andererseits der Erhebung von Laborwerten inklusive Schilddrüsen- und Stoffwechselparametern. Natürlich ist meist auch ein EKG sinnvoll, oft ergänzt durch einen Ultraschall von Herz und Nieren. Die gute Nachricht:  All diese Untersuchungen – mit Ausnahme vielleicht des kleinen Pieksers bei der Blutabnahme – sind völlig schmerzlos!

Abschließend noch Wichtiges zur Blutdruckkontrolle:

Mittels 24 Stunden Blutdruckmessung in der häuslichen Umgebung bekommt man einen guten Überblick über die derzeitige Einstellung. Und ganz wichtig: auch nächtliche Druckwerte können so aufgezeichnet werden!

Um die richtige Therapie individuell für Sie auswählen, anpassen und somit optimieren zu können, ist die Selbstmessung mit einem Heim-Blutdruckgerät ein weiteres sehr wichtiges Standbein. Ein gutes Oberarmmessgerät ist hierfür die bewährte Basis. Wesentlich ist aber auch das „richtige“ Messen: Halten Sie vor der Messung unbedingt eine Ruhephase von zumindest 3 bis 5 Minuten ein! Lassen Sie sich das korrekte Messen von ihrer Diabetesberaterin erklären!

Regelmäßige ärztliche Gespräche über den von Ihnen geführten Blutdruckpass sind daher sehr wertvoll für Ihre Gesundheit! Gemeinsam mit ihrem Arzt und ihrer Diabetesberaterin soll es so gelingen, eine optimale Blutdruckeinstellung und damit perfekten Nierenschutz zu erreichen!

Bleiben Sie gesund!

Silvia Kaiba
DKGS, Diabetesberaterin und zertifizierte Wundmanagerin
im Greenhall Medical Centre & Therapeutics
und
Dr. Martin Kaiba
Internistische Facharztpraxis
Innere Medizin – Arbeitsmedizin – Komplementärmedizin
A 8225 Pöllau im Naturpark Pöllauer Tal

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